Wogenap
DER LANDKREIS ELBING   
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Wogenab


Das heutige Gut Wogenap liegt in einem Gebiete, dass in der Ordenszeit nicht der Stadt Elbing, sondern dem Deutschen Orden gehörte; denn zwischen dem heutigen Koggenhöfen und Wogenap führte die Grenze zwischen Stadt und Ordensgebiet.


Es gab aber auch eine Feldmark Wogenap, die auf städtischem Grunde lag, und wahrscheinlich die Ländereien und Wiesen südlich des heute sogenannten Gutes in der Gegend von Koggenhöfen, Gr. Röbern und der Bollwerkswiesen umfasste. Wogenap war nämlich in der Ordenszeit keine Ort-, sondern eine Gebietsbezeichnung.


Über die der Stadt gehörige Feldmark Wogenap, südlich des heutigen Gutes, ist für die Ordenszeit folgendes zu sagen: Zwischen 1292 und 1299 zinsten für Besitzungen in dieser Feldmark Gerhard von Dulma und Hartwig von Humula (d.h. an der Hommel) jährlich 3 ¾ Mark. Sie wohnten später in einem Dorf Wogenap. 1299 pachteten sie die Wogenaper Wiese auf 10 Jahre gegen einen jährlichen Zins von 3 Mark.


1298 kommen ein Bernhard und ein Bertram von Wogenap vor. Sie hatten also auch Land auf der Feldmark Wogenap. Außerdem gab es ein Klein-Wogenap, das aber gar nichts mit dem heutigen Gut dieses Namens zu tun hatte, da es ebenfalls in der Feldmark Wogenap lag. Es war 2 1/2 Hufen groß: Um 1310 zinste für dieses Klein-Wogenap Wessel Longus 5 Mark, um 1316 nur 1 ½ Mark, für eine Haffwiese jährlich ½ Mark. Dieser Wessel Longus erwarb in Erbpacht um 1315 noch 10 Hufen für einen jährlichen Zins von 5 Mark. Diese 10 Hufen lagen an dem Erbe des Hartwig von Humula und dem Erbe der Kinder des Gerhard von Dulma, also an der Dorfgemarkung Wogenap. Im Osten grenzten sie an die Feldmarken der Dörfer Schönwalde und Steinbeck. Sie sind vielleicht in der Gegend des heutigen Geysmerode zu suchen.


Später bewirtschaftete die Elbinger altstädtische Kämmerei die Wogenaper Wiesen selbst. 1353 wurden sie unter den Bürgern aufgeteilt. 1384 gehörte ein Morgen Wogenaper Wiesenland dem w. Es ist der spätere Morgen Bürgerland in den Bollwerkswiesen. Der Name der städtischen Siedlungen Wogenap und Klein Wogenap in der gleichnamigen Feldmark muss bald verloren gegangen sein. Anders der Name des Gutes Wogenap! Er ist bis heute bestehen geblieben.


Wogenap ist ein altpreußisches Wort und bedeutet wahrscheinlich soviel wie "Schüsselfluss". In der ältesten Zeit wurde es Bugenap und Bogynap geschrieben.


Die älteste Urkunde über das Gut Wogenap stammt vom 27. Oktober 1332. In ihr wird erklärt, dass einstmals Heinrich von Horden Wogenap besessen habe. Sein Erbe war sein Sohn Peter. Nach seinem Tod brach unter den Erben ein Erbstreit aus, den der Hochmeister Luther Herzog von Braunschweig (1331-35) durch jene Urkunde schlichtete. Durch sie erhält Lupert Braunberg die eine Hälfte Wogenaps, das 13 Hufen groß war. Die andere Hälfte bekommen der Bruder und die Schwestern Peters von Horden. Jeder der beiden muss dem Orden zum Kriegsdienst je einen Mann mit einem Hengst und leichten Waffen stellen und für seinen Unterhalt sorgen. Auch hatten die Besitzer Wogenaps die Verpflichtung zum Burgenbau. So besteht Wogenap seit dem 27. Oktober 1332 aus den beiden Gütern Groß und Klein-Wogenap.


In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts gab es zwei vielbenannte Männer, die den Namen Wogenap trugen, den Elbinger Ratsherrn Walter Wogenap und den Frauenburger Domherrn Heinrich Wogenap, der von 1329 bis 1334 ermländischer Bischof war. Mit dem Gute Wogenap haben die beiden kaum etwas zu tun; wahrscheinlicher ist, dass sie ihren Namen von der Feldmark Wogenap her hatten.


1371 teilten sich den Besitz des Gutes Lubeke von Horden und Cuneke von Wogenap. Ihr Untersasse Berthold besaß die Wogenaper Mühle. 1371 verkaufte er sie an Heinrich Wichers und Heinrich Moller. Mit der Mühle war auch ein Krug verbunden.


1383 hieß der Besitzer des Gutes Werner von Horden. Seine Untersassen in der Mühle waren Hans Möller, Marquard und Krystan Waldenberg. Horden verlieh ihnen damals ein Stück Land am Haffufer.


1386 bestätigte der Hochmeister Konrad Zöllner von Rotenstein (1382 – 1390) die Rechte und Pflichten des Gutes Wogenap, wie sie aus der Urkunde von 1332 hervorgingen.


Ebenso wie Ziegelwald, Reimannsfelde und Panklau wird wohl Wogenap im 13jährigen Kriege (1454-66) sehr gelitten haben. Es mag wie jene Güter lange wüste gewesen sein. Wogenap gehörte in der polnischen Zeit zum Elbinger Landratsamt.


1544 bestätigte König Sigismund I. von Polen die Rechte und Pflichten des Gutes Wogenap. Oktober 1566 erhielt das Gut der berüchtigte Michael Friedewald, der am polnischen Hof gegen den Elbinger Rat unaufhörlich Ränke spann. Der Rat suchte ihn durch Schenkung einiger Güter für sich geneigt zu machen. Als Friedewald seinen Einfluss am polnischen Hof verloren hatte, nahm ihm der Rat die Güter wieder ab. Kl. Wogenap wurde dem Felix Fiedler verliehen. 1599 erhielt er darüber vom polnischen König Sigismund III. eine Urkunde. Ihm wurde Abgabenfreiheit, Braufreiheit für Bier und die Erlaubnis zur Anlegung einer Mühle erteilt.. Weitere Besitzer des Gutes waren Augustin, Schönseh, Friedrich Fuchs, Jungschultz von Röbern und Michael Meienreis. Darauf nahm die Stadt Kl. Wogenap in Besitz und verpachtete es. Um 1700 war eine Frau Becker Pächterin des Gutes. Es war damals 7 ½ Hufen groß und bestand aus Wald, Ackerland und Wiesen. 4 Last Getreide konnten damals ungefähr auf drei Hufen ausgesät werden. Die Wiesen waren auf einer Kampe. Zum Gut gehörte ein Haffkrug, der jährlich 20 Taler zinste. Außerdem gab es eine Gärtnerkate, die 45 Gulden jährlichen Zins brachte. Die Fischerkate am Haff hatte von Ostern bis Martini wöchentlich ein Gericht Fische in den Hof zu liefern oder 10 Groschen zu zahlen. Das Vieh weidete im Sommer im Wald und auf den Bollwerkwiesen. 40 Stück Rindvieh und 18 Pferde waren vorhanden. Die Gebäude und Scheunen waren gut. Das Gut hatte auch 2 Gärten und zwei schöne Teiche. Der Wald dagegen war sehr schlecht und sehr ausgehauen. Eine Frau Masticius wollte damals das Gut kaufen und bot 6000 – 7000 Gulden. Der Landrichter forderte aber 12000 Gulden. Schließlich verkaufte der Rat Kl. Wogenap 1701 an den Ratsverwandten Michael Horn für 8500 Gulden. Die Anlandungen am Haff wurden Wogenap zugesprochen. Auf fünf Hufen im Ziegelwald hatte der Besitzer von Kl. Wogenap freie Weide. Erst 1790 verzichtete das  Gut auf dieses Recht. Der Wogenaper Fischer durfte nur mit kleinen Netzen auf dem Haff fischen, und nur zur Notdurft des Hofes, nicht aber zum Verkauf. Wogenap musste dafür jährlich an das Fischamt einen Zins zahlen. Der Gutsherr von Kl. Wogenap hatte die Verpflichtung, mit einem Hengst und Harnisch Kriegsdienst zu tun. Diese alte auf dem Gut seit der Ordenszeit  auf dem Gut ruhende Verpflichtung war natürlich 1701 schon ganz sinnlos geworden, und dieser Dienst wurde daher auch nie  gefordert. An das Landrichteramt hatte der Gutsherr 1 Gulden 17 ½ Groschen, an die St. Nikolaikirche in Elbing 2 Mark, an das Heilige-Geist-Hospital 7 Mark zu zinsen. Zu Ausgang der polnischen Zeit war Kl. Wogenap im Besitz der Erben Michael Horns.


Gegen Ende des 18. Jahrhunderts besaß das Gut die Kaufmannswitwe Schroeter geb. Eske. Von ihr erbten es 1798 ihre Verwandten und teilten es unter sich in drei Teile. Das erste Drittel bekam der Kaufmann Hauff, das zweite Drittel der Kaufmann Eske und 1803 seine Frau im Erbgang. Der Wert wurde auf 1666 Taler angenommen. Das dritte Drittel erhielt Kaufmann Jacob Eske. Er verkaufte seinen Anteil an die Witwe Eske, die das zweite Drittel besaß, und an den Kaufmann Hauff, die nun das Gut unter sich teilten, um es 1830 an den Ökonomen Steinke für 9333 Taler zu veräußern. Von ihm erbte es 1841 seine minderjährige Tochter. Ihr Vormund, der Kaufmann Gottfried Schmidt, verkaufte das Gut für 12500 Taler an den Dr. med. Bernhard Kähler, der sehr stolz darauf war, die beiden Wogenap nach jahrhundertelanger Trennung wieder vereinigt zu haben. Die Vereinigung dauerte aber nicht lange. Schon 1856 verkaufte Kähler Kl. Wogenap für 28000 Taler an Heinrich Geysmer, der es 1862 bereits wieder an den Baron Hilmar von Schmiedeseck veräußerte. Von ihm erwarb das Gut 1891 der Rittmeister Fritz von Förster  aus Königsberg in Preußen. 1896 wurden Gr. und Kl. Wogenap zu einem Gutsbezirk vereinigt. 1898 kaufte Kl. Wogenap der Rittmeister Felix Graf von Rittberg aus Graudenz, 1900 der Landrat von Etzdorf. Schon 1919 ist Kl. Wogenap in geteiltem Besitz.


Gr. Wogenap besassen im 16. Jahrhundert der Elbinger Bürgermeister Michael Brettschneider, dann Bernhard Schampe und sein Sohn Peter. Das Gut, das 6 ½ Hufen umfasste, also kleiner war als Kl. Wogenap, das durch die Anlandungen am Haff sich immer mehr vergrößerte, wurde dann geteilt in zwei je 3 ¾  Hufen umfassende Teile. Den ersten Teil besassen hintereinander Gregor Meckelburg, dessen Erben und Andreas Hedeloff (1631), den zweiten Teil Sprengel und Röbern, dann der Sekretär Johann Laurin (er war der Sohn des Ratsherrn Heinrich Laurin und starb 1663), schliesslich der Bürgermeister Johann Coye (1631).


Um 1700 erwarb Gr. Wogenap der Fiskal von Preußen Gottfried Leichert. Er starb 71jährig im Jahre 1732 und wurde in Dörbeck begraben. Von ihm erbte das Gut seine Frau. Da ihr Wald von Dieben sehr heimgesucht wurde und der Elbinger Burggraf die Witwe wenig schützte, wandte sie sich hilfeflehend  an den preußischen Intendanten, den Hofrat Pöhling. Dieser vermittelte den Verkauf des Gutes. Der polnische Oberst Friedrich Wilhelm von Wangenheim, der schon Neu-Schönwalde besaß, kaufte von ihr Gr Wogenap  sehr billig. Er starb und wurde in der Dörbecker Kirche beigesetzt. Gr. Wogenap blieb zunächst im Besitz der Witwe Wangenheims. Am Ende des 18. Jahrhunderts besaß es der Kaufmann Samuel Gottlieb Braun. Es war damals mehr als 8 Hufen groß. Braun verkaufte 1800 Gr. Wogenap für 8000 Taler an den Kaufmann Jacob Mnioch. Von ihm erbte es 1820 seine Tochter, die Witwe Maria Dorothea Rudel. Der Kaufmann und spätere Kommerzienrat Gottlieb Baum kaufte es ihr für 9000 Taler ab. Von ihm erbten es 1837 seine Kinder. Seine Witwe verkaufte 1837 den auf dem Gute befindlichen Eisenhammer mit 6 Morgen Land an den Kaufmann Gottfried Dehring für 3500 Taler. Vermutlich stand er da, wo in der Ordenszeit die Mühle gewesen war. Zu diesem Eisenhammer gehörten ein Wohnhaus, ein Hammergebäude und verschiedene Nebenbauten. 1839 veräusserten die Geschwister Baum ihren Besitz  an den Landrat Friedrich Wilhelm Bielefeldt für 11800 Taler. Von ihm erstand das Gut der Dr. med. Bernhard Kähler. Er kaufte den 1837 an Dehring ausgegebenen Eisenhammer wieder zum Gut zurück. Zusammen mit einem Teil von Terranova erstand Gr. Wogenap 1860 von Kähler  für 333000 Taler Franz von Saucken. Er starb 1881. Seine Witwe und seine Kinder verkauften das Gut 1891 an den Rittmeister Fritz Förster, der damals auch Kl. Wogenap erwarb.


Von ihm erwarb es 1898 Landrat Etzdorf. Seit 1919 ist Gr. Wogenap aufgeteilt.

Der Gutsbezirk Wogenap hat heute (Bemerkung Mauter: also im Jahre 1925) 290 ha und 115 Einwohner.



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