Eichfelde
DER LANDKREIS ELBING   
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Eichfelde


(wurde) später in Alt- und Neu-Eichfelde geteilt, bildete ursprünglich ein zusammenhängendes Gut, dessen Besitzer Ludwell hieß. Als Eichfelde geteilt wurde, war Alt-Eichfelde, auch der hinterste Hof genannt, nach einander im Besitz von Ramsay und Lange.

(Auf der Karte von 1839 Plankammer des Stadtbauamtes Elbing A 15 ist Alt-Eichfelde noch eingezeichnet. Es liegt zwischen Neu-Eichfelde und Alt-Schönwalde an der alten Landstraße von Elbing nach Tolkemit. Die Bezeichnungen „Vorderster Hof“ für Neu-Eichfelde und „Hinterster Hof“ für Alt-Eichfelde verstehen sich somit von der Entfernung her, die diese beiden Güter von Elbing haben.)

Neu-Eichfelde, das man auch den vordersten Hof nannte, besaß erst Wartenberg, dann der Hofapotheker Johann Dewitz. (Da Eichfelde sich zur Kirche Dörbeck hielt, schenkte Dewitz diesem Gotteshaus 1738 eine schöne zinnerne Kanne zum Gebrauch bei der Kommunion und 1740 ein Kruzifix aus Gips, das auf dem Beichtstuhl angebracht wurde.) Dessen Söhne gelangten in den Besitz beider Güter, deren jedes acht Hufen groß war. Der polnische König August III. (1733-1763) stellte am 22. Oktober 1744 in Grodno ein Privilegium aus, in dem der Besitz von ganz Eichfelde in Größe von 16 Hufen dem Johann Heinrich Dewitz und seinen Brüdern bestätigt wurde. Johann Heinrich übernahm Alt-Eichfelde und sein Bruder Christoph Dewitz Neu-Eichfelde.


Sowohl Johann Heinrich wie auch Christoph Dewitz sind um die Geschichtsschreibung und die Heimatkunde des Elbinger Gebietes verdiente Männer.


Johann Heinrich Dewitz war als Sohn des königlich polnischen privilegierten Hofapothekers Johann Dewitz in Elbing am 20. September 1706 geboren. Er besuchte zuerst das Elbinger Gymnasium und kam dann nach Neidenburg in Privatunterricht. Mit 15 Jahren begann er sich für seinen Lebensberuf, den des Apothekers, vorzubereiten. 21jährig begab er sich auf die Wanderschaft nach Königsberg, Libau, Mitau, Riga, Grodno, Warschau, Lublin und Lemberg, dann wieder nach Warschau und zuletzt nach Danzig. 1734 kehrte er in seine Vaterstadt zurück, nachdem er bereits 1732 vom polnischen König zum Hofapotheker in Elbing ernannt worden war. 1742 heiratete er die Witwe Christine Agathe Meienreis geb. Lange (durch sie kam er wohl in den Besitz von Alt-Eichfelde), nach deren Tod 1764 seine Cousine Katharina Maria Stahlenbrecher. 1755 wurde er Mitglied der präsentierenden Gemeinde, 1760 Vogt und 1761 Kirchenvorsteher an St. Marien. Er starb 61jährig am 4. Oktober 1767. Er hat mehrere Schriften über die Elbinger Geschichte und die Zustände in seiner Vaterstadt zu seiner Zeit verfaßt. Uns interessieren hier vor allem:

1. Sammlung einer Chronica oder Beschreibung der Stadt Elbing samt des dazu gehörigen Territorii.

2. Hennenbergers Erklärung der Preußischen größeren Landtafel von 1595 mit Nachträgen von Johann Heinrich Dewitz 1750 (im Elbinger Stadtarchiv).

3. Historische Briefe

4. Johann Heinrich Dewitz und Daniel Georg Fuchs: Vermischte Aufsätze


Christoph Dewitz, der jüngere Bruder von Johann Heinrich, der sein Neu-Eichfelde sehr liebte, hat 1761 „Sammlungen zur natürlichen Historie der Elbingschen Höhe“ geschrieben, die man als eine gute Heimatkunde bezeichnen kann. Sie ist schlicht und humorvoll geschrieben und zeugt von einer ernsten und liebevollen Beobachtung der Natur. Das Werk ist in mehreren Abschriften auf de Elbinger Stadtbücherei erhalten und harrt noch der Herausgabe.


Sowohl Alt- wie Neu-Eichfelde bezahlte einen jährlichen Kanon von zwei Florin zehn Groschen, außerdem einen Lampenzins von 40 Groschen an die St. Nikolaikirche.


Alt-Eichfelde besaß Johann Heinrich Dewitz später nicht allein; die eine Hälfte dieses Gutes war im Besitz von Christian Niclas Tolkemit. Ein späterer Besitzer, schon in der preußischen Zeit, hieß Böhnert, nach dem Alt-Eichfelde auch Böhnertshof genannt wurde. Dann besaßen das Gut der Stadtrat Poselger und nach ihm seine Erben: Kaufmann Samuel Sielmann, Kaufmann Karl Christoph Kawerau, Kammerreferendar Israel Poselger und einige Minderjährige. Sie verkauften 1803 die Begüterung an den Gutsbesitzer August Wilhelm Austigal für 10 666 Taler. Damals gehörten noch acht Hufen zu Alt-Eichfelde. Austigal aber verkaufte sofort fünf Hufen an Alt-Schönwalde, das damals der Bankdirektor Gotthilfe Christoph von Struensee besaß, für 7111 Taler. Der Wert Alt-Eichfeldes mit seinen nunmehr drei Hufen betrug also 3555 Taler. Jene fünf Hufen blieben bei Alt-Schönwalde.


Das drei Hufen große Restgut Alt-Eichfelde verkaufte Austigal 1812 an Kaufmann Friedrich Reinhold Alsen für 3666 Taler. Von ihm erbte das Gut 1856 Ludwig Alsen, der es 1876 ganz mit Drewshof vereinigte, so daß das ehemalige freie Bürgergut Alt-Eichfelde seitdem aufgehört hat zu bestehen.


Neu-Eichfelde verkaufte Christoph Dewitz an den Kaufmann Johann Heinrich Kosan. 1785 erbte es von diesem Frau Marie Elisabeth Austigal geb. Schöneberger, die mit ihrem Ehemann August Wilhelm Austigal in Gütertrennung lebte. 1806 verkaufte sie eine Hufe Wald an den Besitzer von Gr. Röbern, den Kaufmann Jakob Mnioch für 6333 Taler, so daß bei Neu-Eichfelde nur sieben Hufen blieben. 1813 kaufte Neu-Eichfelde für 12 000 Taler die verwitwete Frau Amtmann Auguste Wilhelmine Störmer geb. Plähn, deren Gatte einst das Tolkemiter Domänengut verwaltet hatte. Bereits in demselben Jahr überließ sie, die in erster Ehe mit dem Amtsvorgänger Störmers, dem Amtmann Liedtke, verheiratet gewesen war, das Gut ihrem Sohn, dem Gutsbesitzer Gottlob Dietrich Liedtke für 15 000 Taler. 1860 kauften Neu-Eichfelde von ihm für 21 000 Taler Rudolf Freyer und seine Ehefrau Pauline Florentine geb. Frisch. Freyer brach das bescheidene alte Gutshaus ab und erbaute ein neues schönes Herrenhaus. Er veräußerte 1869 das Gut für 39 000 Taler an Hugo Vogdt, dessen Witwe es 1901 übernahm.


Der Gutsbezirk Neu-Eichfelde hat heute (das war etwa im Jahre 1925) 125 ha und 35 Bewohner.



(         Hannelore Albuszies)

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