Bremerhaven 2013
STADT ELBING/WESTPREUSSEN  
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6. Heimatkreistreffen der Elbinger 2013 in ihrer Patenstadt Bremerhaven

am 12. und 13.10.2013


Seit nunmehr sechs Jahren treffen sich wieder regelmäßig die Elbinger aus Stadt und Land in ihrer Patenstadt Bremerhaven. Dieses Ereignis, das von dem Vorstand und den Helfern liebevoll vorbereitet wurde, wird mit großem Interesse angenommen. Nicht nur die Elbinger aus dem Norden der Bundesrepublik, sondern auch aus Süddeutschland und sogar aus Schweden und Polen waren angereist, um diese Tage gemeinsam zu erleben. Die Elbinger aus dem Ausland hatten keine Mühe gescheut, um wieder dabei zu sein. Dass auch unsere Gäste aus Elblag (Elbing), die beiden Vorsitzenden der Deutschen Minderheit, teilnehmen konnten, war vor allem durch die finanzielle Unterstützung aus dem Haushalt der Kulturreferentin am Westpreußischen Landesmuseum, Frau Magdalena Oxford M.A., möglich. Ohne diese Hilfe könnte unsere Zusammenarbeit mit der Deutschen Minderheit über die Grenzen hinweg nicht in dieser Form umgesetzt werden.


Schnell füllte sich der Saal, der wie immer mit den heimatlichen Fahnen, Wappen und Farben geschmückt war. Freudig begrüßte man sich, denn wenn auch der Name manchmal verloren gegangen war – die Gesichter waren vertraut. Mit dem Trompetensolo des alten masurischen Erntedankliedes „Das Feld ist weiß …“ wurde die Feierstunde eröffnet.


Nach der Begrüßung durch den Heimatkreisvertreter Günther Kuhn sprach als erster der Ehrengäste der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft Westpreußen, Herr Ulrich Bonk (links auf dem Bild links; mit Herrn Hans-Joachim Pfau), zu den Anwesenden. In seiner Rede hob er u.a. die Ziele und Aufgaben der Landsmannschaft hervor, damit sie auch noch nach fast 70 Jahren die ehemaligen Westpreußen und ihre Nachkommen erreicht. Das Medium Internet bekommt dabei für die Zukunft einen besonderen Stellenwert.



Den Ausblick auf die Zukunft der Seestadt Bremerhaven vermittelte der Stadtverordnetenvorsteher, Herr Artur Beneken (links auf dem Bild links; mit Herrn Kuhn), anhand einiger Beispiele. Neben den Schwerpunkten für die Wirtschaft sind es vor allem die Hafenwelten mit ihren attraktiven Ausstellungen, die den Besucher fesseln.








Interessiert verfolgten die Teilnehmer die Rede der Vorsitzenden der Deutschen Minderheit, Frau Rosemarie Kankowska (rechts auf dem Bild links; mit Herrn Kuhn), in der sie über deren Arbeit, die Probleme und Erfolge sprach. Seit über zwanzig Jahren besteht der Kontakt der Deutschen Minderheit zu den Menschen der beiden Heimatkreise, der für beide Seiten eine fruchtbare Zusammenarbeit und vor allem ein herzliches Miteinander bedeutet.




Auch der Heimatkreisvertreter Günther Kuhn erläuterte in seiner Ansprache die Etappen der Arbeit für die Elbinger, in denen es vorwiegend um das Zusammenfinden der Menschen geht. Viele Aktivitäten hatten auch in diesem Jahr diese Aufgabe zum Ziel, u.a. die beiden Reisen nach Elbing und in das nördlihe Ostpreußen im Juni und August mit insgesamt 90 Teilnehmern. Ein Schwerpunkt der Fahrten ist auch immer die deutsch-polnische Begegnung. Für das Jahr 2014 ist eine Busreise in den Raum Elbing und nach Masuren geplant, deren Beschreibung ausgelegt wurde. Bereits 20 Interessenten trugen sich in die Liste ein.


Während der Feierstunde konnte wieder ein Elbinger, Herr Hans-Joachim Pfau, u.a. Vorsitzender des Elbinger Pangritz-Clubs, für seine jahrzehntelange Tätigkeit, die in seiner Heimatstadt Elbing der deutsch-polnischen Verständigung gedient hat, mit dem Ehrenzeichen der Landsmannschaft Westpreußen durch den Bundesvorsitzenden ausgezeichnet werden.


Den Abschluss dieses offiziellen Teils bildeten die Wahlen für die Heimatkreisvertreter. Die nun schon in diesen Funktionen bewährten Personen Günther Kuhn als Heimatkreisvertreter für beide Heimatkreise und Karin Uffmann-Kuhn als seine Stellvertreterin wurden einstimmig wiedergewählt.


Danach ging es in die Mittagspause. Das Restaurant „Treffpunkt“ im Haus am Blink versorgte uns wie immer zu allen Mahlzeiten mit einem reichhaltigen Angebot, das gerne angenommen wurde. In den gemütlichen Räumlichkeiten entstand schnell eine aufgeschlossene Atmosphäre.


Dazu trugen vor allem auch die vielseitigen Ausstellungen im Wintergarten bei, die von den Helfern aufgebaut waren und betreut wurden. Die Bilder und Modelle von Herrn Edwin Littkemann, in denen er seine Heimat, die Frische Nehrung, mit ihren Bewohnern erstehen lässt, sind immer ein Magnet. Auch die vielen Fotos aus den Jahren 1935-1936 von den Nehrungsdörfern und ihren Bewohnern, die Herr Jens Baumgardt ausgelegt hatte, vermitteln ein Zeitkolorit und sind eine Geschichtsstunde von großer Bedeutung. Hier im Wintergarten war Raum für Gespräche. Immer wieder wurden die vielen Mappen mit großem Interesse durchgesehen, die Günther Kuhn in den letzten zehn Jahren zusammengetragen hat und die Auskünfte über die Geschichte der Orte, über die Familien sowie über die Bedingungen nach 1945 geben. Auch der Büchertisch war umlagert, wo für eine Spende zur Heimatarbeit fast alle Bücher neue Leser fanden.


Der gesellige Teil des Nachmittags begann mit dem Auftritt der „Original Fishtown Singers“ unter Leitung von Frau Olga Bielenko. Einige der Lieder aus dem ostdeutschen Raum wurden kräftig mitgesungen. Bei Kaffee und Kuchen konnte dann ausgiebig „geschlabbert“ werden. Die Spende für die Arbeit der Deutschen Minderheit, erbrachte auch in diesem Jahr wieder 700 Euro. Zum Abschluß dieses Nachmittages nahm uns Herr Werner Siemund mit auf die Reise in den Ellerwald. Seine Ausführungen und seine Bilder vermittelten uns allen einen Eindruck von der Urbarmachung dieses großen Niederungsgebietes und dem bäuerlichen Leben bis zur Vertreibung.


Mit vielen Gesprächen beim Abendessen klang dieses Treffen aus. Am darauf folgenden Sonntag fand sich noch eine Gruppe zusammen, die unter der Gedenktafel für die Elbinger in der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche ein Blumengebinde niederlegte und der Toten gedachte. Die Teilnahme am Gottesdienst beendete diesen Teil des Heimatkreistreffens.


Freuen wir uns auf ein Wiedersehen am 11. Oktober 2014!


Karin Uffmann-Kuhn

stellvertretende Heimatkreisvertreterin Elbing-Stadt und Elbing-Land