Elbingfahrt 2010


Eindrücke der Elbingfahrt vom 28.05. bis 06.06.2010

Heimatkreise Elbing-Stadt und Elbing-Land.


Unter dem Motto „Wir zeigen uns unsere Heimat“ hatte der Heimatkreisvertreter für beide Kreise, Günther Kuhn, unsere erste Fahrt in dieser Zusammensetzung organisiert. Wir waren 37 Teilnehmer, die sich auf das Wiedersehen mit Elbing und dem Umland freuten – das Reiseprogramm versprach viele Höhepunkte.

Ein Großteil der Gruppe war bereits am Vortag in Rodewald, dem Abfahrtssort des Reiseunternehmens Busche, und lernte sich schon in ersten Gesprächen kennen.

Am 28.05. ging es früh nach der Begrüßung durch Günther Kuhn mit Gesang los. Überhaupt begleitete uns der Gesang  die ganze Fahrt über, so dass die Stimmung von Anfang an eine freudige war und nach und nach alle Reiseteilnehmer motivierte, aus ihren Erinnerungen in der Kindheit und Jugend in Elbing und den Dörfern  der Elbinger Höhe zu erzählen. Aber auch kleine Geschichten aus dem Schatz des west- und ostpreußischen Humors sowie Erzählungen des Schriftstellers Arno Surminski knüpften ein Band zwischen dem Weggang im ereignisreichen Jahr 1945 und dem Besuch der vertrauten Stätten nach über 60 Jahren.

Viele hatten die Veränderungen und die Neugestaltung der alten Heimat bei früheren Reisen mitverfolgt. Alle Augen, alle Sinne waren nun auf die einzelnen Stationen unserer Fahrt ausgerichtet. Die schöne Landschaft glitt an uns vorbei – das Grün der Baumalleen hüllte uns ein, wir fuhren entlang der gut bestellten Felder, das Gelb der Rapsblüten leuchtete um die Wette mit dem sich allmählich aufhellenden Himmel.

So erreichten wir unsere erste Station – Gnesen, die älteste Stadt Polens und erste Haupt- und Krönungsstadt. Hier hatte Otto III. im Jahre 1000 seinem Gastgeber Boleslaw I. symbolisch ein kaiserliches Diadem aufgesetzt und damit diplomatische Anerkennung Polens durch das Heilige Römische Reich signalisiert.

Am nächsten Morgen ging unsere Fahrt über Thorn, der Geburtsstadt des Nikolaus Kopernikus, wo wir Gelegenheit hatten, die schöne Altstadt und Reste der Ordensburg zu besichtigen, weiter nach Graudenz und zur Ordensburg Rehden.

Günther Kuhn und unsere Beata, die polnische Reisebegleiterin, vermittelten uns stets die historischen Hintergründe und Besonderheiten.

Die Eindrücke wechselten stetig: wunderschöne Baumalleen, hügelige Landschaften, in denen malerisch eingebettet die kleinen Ortschaften mit ihren wehrhaft wirkenden Kirchen oder die Reste der ehemals trutzigen Ordensburgen liegen.

Wir fuhren auf Marienburg zu, wo uns die Nogat entgegenleuchtete und strebten unserm Ziel Elbing entgegen. Den meisten Reiseteilnehmern waren jetzt die Dörfer rechts und links der Straße schon vertraut. In der Ferne zeichnete sich die Elbinger Höhe ab, die Fischau begleitete uns ein Stück und der Turm der Nikolai-Kirche grüßte uns.

Gleich am Stadtrand Elbings – wie vielerorts – Bautätigkeiten, die sich in der Altstadt fortsetzten und Straße um Straße wiedererstehen lassen, angelehnt an das alte Stadtbild und doch ein neues vermittelnd.

Gegenüber der Nikolai-Kirche entsteht nun das Rathaus, eine Symbiose aus historischer Vorlage und moderner Architektur.

Sowohl bei der geführten Stadtbesichtigung, als auch bei den persönlichen Streifzügen hatte jeder Gelegenheit, seine Erinnerungen an Elbing zu treffen.

Die Hälfte unserer Teilnehmer war früher auf der Elbinger Höhe zu Hause. Gemeinsam machten wir uns auf unseren Streifzügen mit den Orten Groß Steinort, Succase, Lenzen, Cadinen, Dörbeck, Maibaum, Baumgart, Trunz, Pomehrendorf, Pr. Mark und Tolkemit bekannt und besichtigten die schönen alten Kirchen.

Ein Höhepunkt war die Fahrt am 1. Juni über den Drausensee und die geneigten Ebenen bei schönstem Sommerwetter.

Von Buchwalde aus ging es u.a. nach Pr. Holland, das sehr schön restauriert wird.

Tags drauf erkundeten wir die Elbinger Niederung. Von Fichthorst ging es über die Ellerwaldschen Triften bis Zeyer, wo ein Gedenkstein für die Toten aus diesem Kirchspiel auf Initiative der Ellerwalder entstanden ist.

Weiter ging die Fahrt über Fischerskampe an der Nogat entlang bis Terranova und zurück nach Elbing über Einlage.

Nachmittags waren wir bei der deutschen Minderheit in Elbing zu Gast, wo wir schöne Stunden verlebten.

Jeder Tag brachte neue Erlebnisse; so auch die Fahrt nach Frauenburg mit Besichtigung des Domes und einem Orgelkonzert. Die anschließende Schifffahrt über das Frische Haff nach Kahlberg wurde für alle durch das strahlende Sommerwetter zu einem unvergesslichen Eindruck.

Unsere letzte Tagesfahrt am 4. Juni führte uns in Erinnerung an die Schlacht bei Tannenberg vor 600 Jahren zum imposant gestalteten Denkmal, dann weiter nach Hohenstein, wo wir das Museumsdorf (u.a. schöne Vorlaubenhäuser) besichtigten, vorbei an Finkenstein, dem ehemals prächtigen Schloss der Familie Dohna, zur Burg Schönberg,(letzte Besitzer Familie Finck von Finckenstein)  die auch als Ruine noch einen Eindruck von der Schönheit und Gewaltigkeit dieses Bauwerkes vermittelte.

Der 5. Juni – unser Abfahrtsstag – war herangerückt. Ein Halt an der Marienburg und ein Spaziergang über die Nogatbrücke rundeten unsere Erlebnisse und Eindrücke ab.

Neben dem Abschiedsschmerz bleibt aber die Hoffnung und Freude auf ein baldiges Wiedersehen mit Elbing, dem Umland und den vielen gewonnenen Freunden.


Karin Uffmann,Stellv. Heimatkreisvertreterin


Blick vom Kopernikusturm auf den Frauenburger Dom und das Frische Haff

Bilder I.