Grunauerwüsten
DER LANDKREIS ELBING   
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Grunauerwüsten


Die Grunauerwüsten wurden am 6. Januar 1286 vom Rat und von der Stadtgemeinde zu Elbing dem Ratmann Heinze Rat in eine Ausdehnung von 18 Hufen verschrieben. Er hatte dafür nach zehn Freijahren fünf Mark zu zinsen. Die übrigen Bedingungen waren die gleichen wie bei Stagnitten. Nachdem Grunauerwüsten und Stagnitten einige Zeit zusammengehört und in dieser Gemarkung drei Höfe gestanden hatten, kam das Gut wieder an die Stadt zurück und bildet heute den Kämmereiforst Grunauerwüsten. 1715 hatte Grunauerwüsten, damals Stobbenberg und Tengelswüste genannt, 12 Hufen.


1827 wurde festgestellt, daß die Stadt Elbing seit 44 Jahren Grunauerwüsten ruhig und ungestört besessen habe, und daher wurde dieser Besitz für die Kämmerei grundbuchamtlich eingetragen. Hütegerechtigkeit in Grunauerwüsten hatten bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts die drei Dörfer Grunau, Serpin und Wolfsdorf. Sie zahlten dafür zunächst an die Elbinger Kämmerei, dann an das Domänenrentamt 11 Taler 3 ⅓ Silbergroschen. Das Dorf Grunau als Hauptnutznießer entrichtete von dieser Summe 6 Taler 20 Sgr. Serpin und Wolfsdorf je 2 Taler 6 ⅔ Sgr. Wenn die ursprünglich Stobbenberg und Tengelswüste genannten Waldungen im 19. Jahrhundert die Bezeichnung Grunauerwüsten bekamen, so liegt das eben daran, daß das Dorf Grunau hier die Hauptweidegerechtigkeit hatte. In den 1840er Jahren wurde die Hütegerechtigkeit abgelöst. So verzichteten z.B. die 11 Wolfsdorfer Bauern 1845 auf die Hütegerechtigkeit gegen eine Fläche von 69 Morgen, die die Stadt an sie abtrat.


Grunauerwüsten gehört heute zum Gutsbezirk Vogelsang, jedoch nicht zum Amtsbezirk Drewshof, sondern zum Amtsbezirk Pr. Mark.


Das an Grunauerwüsten angrenzende Land, in dem der Seeteich liegt, gehörte früher zum Gut Dambitzen. 1912/13 erwarb es die Stadt Elbing zur Abrundung ihres Besitzes in einer Größe von 48,90 ha für 85 439 Mark von dem Gutsbesitzer Alfred Hering in Dambitzen. Der kleine, abschüssig tiefe, idyllische Seeteich war früher das Ziel vieler Ausflügler. 1829 wurde seine Wasserfläche mit mehr als sechs Morgen Größe angegeben, seine Tiefe mit 62 Fuß. An Fischen gab es damals in ihm nur Dubellen (Dubelle, auch Doebel oder Topel, ist wahrscheinlich ein Sammelname für Weißfisch). 1811 hatte man vergeblich versucht, das Wasser des Seeteichs in die Vogelsanger Beek zu leiten. Wegen mangelnden Gefälles mußte der Versuch aufgegeben werden. Man vermutet, daß der Seeteich viele sprudelnde Quellen hat, da auch in trocknen Sommern sein Wasserstand sich nicht viel verändert.


Heute (das war im Jahre 1925) befindet sich dicht am Seeteich eine städtische Försterei. Zum Schutzbezirk Seeteich gehören Grunauerwüsten (ohne Hoppenwäldchen) mit mehr als 224 ha. Damerauwüsten mit mehr als 91 ha und eine im Gutsbezirk Dambitzen gelegene Fläche von fast 48 ½ ha.



(          Hannelore Albuszies)


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